Mobilfunk im Ausland: Das gilt für EU-Roaming, Schweiz, Türkei und Reise-eSIMs

Was beim Roaming in EU, Schweiz, UK und Türkei gilt, wie du Kostenfallen vermeidest und wann Reise-eSIMs sinnvoll sind

05.06.2026 16:22 Uhr aktualisiert

Smartphone im Liegestuhl Roaming, Bild KI-generiert

Roaming bedeutet, dass du dein Handy in einem ausländischen Mobilfunknetz nutzt. Innerhalb der EU gilt grundsätzlich „Roam like at home“: Du kannst telefonieren, SMS schreiben und mobiles Internet so nutzen wie in Deutschland, ohne zusätzliche Roaming-Aufschläge. Dein Datenvolumen kannst du ebenfalls im EU-Ausland nutzen, sofern keine Fair-Use-Grenze greift.

Die EU-Roaming-Verordnung wurde 2022 verlängert und gilt bis 30.6.2032. Zusätzlich wurden die Verbraucherrechte gestärkt: Anbieter müssen transparenter über mögliche Zusatzkosten informieren, und die Qualität der Roamingdienste soll grundsätzlich der Qualität entsprechen, die auch im Heimatnetz verfügbar wäre, sofern das besuchte Netz dies technisch ermöglicht.

Und im restlichen Ausland? Für die Schweiz, die Türkei, Großbritannien, Bordnetze auf Schiffen und Flugzeugen sowie manche Grenzregionen solltest du die Konditionen deines Tarifs genau prüfen – manchmal ist das Roaming inklusive, manchmal nicht. Das gilt natürlich auch für alle anderen Destinationen rund um den Globus: erst die Vertragsbedingungen prüfen, dann reisen. Mehr dazu findest du weiter unten im Text.

Kostenfallen bei Roaming vermeiden
  • EU-Roaming gilt in den 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Moldau und der Ukraine
  • „Roam like at home“ gilt nur für vorübergehende Reisen, nicht für die dauerhafte Nutzung im Ausland
  • Die Schweiz, die Türkei und Großbritannien sind nicht in allen Mobilfunktarifen mit EU-Roaming abgedeckt
  • Auf Schiffen, Fähren und in Flugzeugen bucht sich das Handy unter Umständen in teure Bordnetze ein
  • WLAN-Anrufe im Ausland werden je nach Tarif wie Anrufe von Deutschland ins Ausland abgerechnet
  • Die Mailbox kann außerhalb der EU zur Kostenfalle werden, besonders bei bedingter Rufumleitung
  • Reise-eSIMs oder lokale SIM-Karten sind mitunter außerhalb der EU günstiger als klassisches Roaming

In welchen Ländern gilt EU-Roaming?

EU-Roaming gilt in den 27 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern) sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen.

Seit dem 1.1.2026 gehören auch die Republik Moldau und die Ukraine zur „Roam like at home“-Zone. Damit können EU-Kunden dort grundsätzlich ebenfalls ohne zusätzliche Roaming-Aufschläge telefonieren, SMS senden und mobile Daten nutzen.

Wichtig: Die Schweiz und die Türkei gehören nicht zur EU-Roaming-Zone. Auch Großbritannien ist nach dem Brexit nicht mehr automatisch erfasst. Einige Anbieter behandeln Großbritannien oder die Schweiz freiwillig ähnlich wie EU-Länder, andere nicht.

Wie viel Daten, Telefonminuten und SMS werden eigentlich im Ausland genutzt? Auskunft gibt hier der jährlich erscheinende Jahresbericht Telekommunikation der Bundesnetzagentur.

International Roaming2023 (Mio.)2024 (Mio.)2025 (Mio.)
Im Ausland generierter Datenverkehr (GB)347,4429,0457,7
Im Ausland abgehende Verbindungsminuten3.4223.2462.594
Im Ausland versendete SMS21215096

EU-Roaming gilt nur bei angemessener Nutzung

EU-Roaming ist für vorübergehende Reisen gedacht, nicht für die dauerhafte Nutzung eines deutschen Tarifs im Ausland. Anbieter dürfen deshalb, wie eingangs erwähnt, eine Fair Use Policy anwenden. Sie soll verhindern, dass ein Tarif dauerhaft in einem anderen Land genutzt wird, obwohl er eigentlich für den deutschen Markt gedacht ist. Du kannst dir also nicht einfach einen günstigen Tarif in Österreich kaufen und diesen dann hier in Deutschland dauerhaft nutzen.

In der Praxis kann das vor allem bei langen Aufenthalten, sehr hohem Datenverbrauch oder besonders günstigen Tarifen mit viel Datenvolumen relevant werden. Der Anbieter muss dich informieren, bevor zusätzliche Roaming-Aufschläge anfallen.

Wenn du also einen Tarif mit unlimitierter Datenflat hast, ist das kein Freischein fürs unbegrenzte Surfen im EU-Ausland. 

Telefonieren ins Ausland

Ein häufiger Irrtum: EU-Roaming betrifft nicht automatisch Anrufe von Deutschland ins Ausland. Wenn du also aus Deutschland eine französische, italienische oder türkische Rufnummer anrufst, ist das Auslandstelefonie. Rufst du von Deutschland aus eine Nummer im EU-Ausland an, gilt eine Preisobergrenze von 19 Cent netto pro Minute, SMS kosten höchstens 6 Cent netto.

Trotzdem kann ein längeres Gespräch schnell teurer werden als erwartet, vor allem bei Kontakten außerhalb der EU oder bei Sonderrufnummern. Prüfe deshalb vorab die Preisliste deines Anbieters. Viele Provider bieten Auslandsoptionen mit Minutenpaketen oder vergünstigten Zonenpreisen an. Sie lohnen sich vor allem, wenn du regelmäßig in bestimmte Länder telefonierst.

Schweiz-Roaming: nicht automatisch kostenlos

Die Schweiz ist weder EU-Mitglied noch Teil des Europäischen Wirtschaftsraums. Deshalb gilt dort die EU-Roaming-Verordnung nicht. Viele Kunden merken das erst, wenn das Handy am Bodensee, in Süddeutschland oder in Norditalien versehentlich ein Schweizer Netz nutzt. Und dann wird’s richtig teuer.

Einige Tarife schließen die Schweiz freiwillig ein. Bei anderen können Datenverbindungen, Anrufe oder eingehende Gespräche teuer werden. Prüfe deshalb vor der Reise, ob dein Tarif die Schweiz umfasst und ob das nur für Daten oder auch für Telefonie und SMS gilt.

Eine Besonderheit gibt es bei congstar: Datenroaming ist in der Schweiz in allen Prepaid-Tarifen und in den neuen Allnet-Flat-Tarifen mit Vertrag seit Februar 2025 inklusive. Das ist wichtig, weil auch Marken wie ja! mobil und Penny Mobil auf congstar beziehungsweise congstar Services aufsetzen. Für Nutzer dieser Prepaid-Marken kann die Schweiz deshalb beim mobilen Internet günstiger sein als bei vielen anderen Discountern.

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Grundsätzlich solltest du bei jedem Vertrag genau prüfen, ob wirklich nur Datenroaming oder auch Telefonie und SMS abgedeckt sind. Gerade bei Anrufen in der Schweiz können weiterhin gesonderte Preise gelten.

Türkei: EU-Roaming gilt nicht

Die Türkei gehört nicht zur EU-Roaming-Zone. Wer mit einem normalen deutschen Handytarif in der Türkei surft oder telefoniert, kann deshalb schnell hohe Kosten verursachen. Das betrifft nicht nur mobile Daten, sondern auch eingehende Anrufe, abgehende Gespräche und die Mailbox.

Für Reisende mit regelmäßigem Türkei-Bezug kann der deutsche Anbieter Ay Yildiz interessant sein, eine Marke von Telefónica Deutschland. Der Anbieter richtet sich stark an Nutzer, die zwischen Deutschland und der Türkei kommunizieren. Je nach Tarif oder Option sind etwa Telefonieeinheiten von der Türkei nach Deutschland, eine Flat ins türkische Festnetz oder spezielle Türkei-Internet-Optionen enthalten.

Reise-eSIMs als Alternative außerhalb der EU

Für Länder außerhalb der EU können Reise-eSIMs eine praktische Alternative zu klassischem Roaming sein. Anbieter wie Airalo, Firsty, Saily oder Nomad verkaufen digitale SIM-Profile für einzelne Länder, Regionen oder weltweite Nutzung. Du buchst das Datenpaket online, installierst die eSIM per App oder QR-Code und nutzt sie im Reiseland parallel zu deiner normalen SIM-Karte.

Der Vorteil: Die Kosten für mobile Daten stehen meist vor Reisebeginn fest. Außerdem musst du vor Ort keine lokale SIM-Karte kaufen. Der Nachteil: Viele Reise-eSIMs sind reine Datentarife. Normale Telefonie und SMS über deine deutsche Rufnummer sind damit oft nicht enthalten. WhatsApp, Signal, FaceTime Audio oder andere Internetdienste funktionieren aber über die Datenverbindung.

Eine Reise-eSIM lohnt sich besonders, wenn du außerhalb der EU vor allem mobiles Internet brauchst, etwa für Navigation, Messenger, Übersetzungs-Apps, Tickets, Banking oder Hotspot-Nutzung. Für längere Aufenthalte kann eine lokale SIM-Karte trotzdem günstiger sein.

Außerdem ist die Installation und Aktivierung dieser eSIMs nicht immer ganz selbsterklärend, in den Internetforen finden sich viele Kommentare, die sich über Probleme bei der Nutzung beschweren.

Kostenfallen bei Handynutzung im Ausland

Roaming kann außerhalb der EU schnell teuer werden, besonders bei mobilen Daten, Mailbox, WLAN-Calls usw.. Prüfe vor der Reise die Länderzone, Preisgrenzen und Auslandsoptionen deines Anbieters. So vermeidest du unnötige Zusatzkosten.

Achtung bei Schiffen, Fähren und Flugzeugen

Auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und in Flugzeugen kann sich dein Handy in ein satellitengestütztes Bordnetz einbuchen. Dort gilt EU-Roaming nicht, auch wenn du dich geografisch gerade in Europa befindest. Die Kosten können deutlich höher sein als in normalen Mobilfunknetzen.

Schalte auf Schiffen und im Flugzeug am besten den Flugmodus ein und aktiviere danach nur WLAN, wenn du es wirklich nutzen möchtest. Prüfe außerdem, ob das WLAN kostenpflichtig ist. Mobile Daten solltest du in solchen Situationen deaktiviert lassen.

Sonderfälle gibt es unter anderem beim Roaming in der Karibik, zum Beispiel auf der Insel St. Maarten. Im französischen Teil, der EU-Staatsgebiet ist, kann man problemlos surfen und telefonieren. Im niederländischen Teil, der kein offizielles EU-Staatsgebiet ist, greift Roam like at home nicht.

Vorsicht bei WLAN-Anrufen im Ausland

WLAN-Anrufe im Ausland können teurer werden als erwartet. Auch wenn du über ein Hotel-, Café- oder Ferienwohnungs-WLAN telefonierst, läuft der Anruf technisch über deinen Mobilfunkvertrag und wird vom Anbieter über die Telefonrechnung abgerechnet. Die EU-Roaming-Regeln greifen dabei nicht automatisch. Viele Anbieter behandeln WiFi-Calls aus dem Ausland wie Anrufe von Deutschland ins Ausland. Vor der Reise solltest du deshalb die Preislisten und Vertragsbedingungen prüfen oder WLAN-Anrufe am Smartphone deaktivieren, um unerwartete Gebühren zu vermeiden.

Roaming-Kosten im Ausland vermeiden

Die meisten Kostenfallen lassen sich einfach vermeiden, wenn du dein Smartphone vor der Reise richtig einstellst. Besonders wichtig ist das außerhalb der EU.

Das solltest du tun:

  • Datenroaming außerhalb der EU deaktivieren
  • im Zweifel Flugmodus aktivieren und nur WLAN einschalten
  • automatische Netzwahl in Grenzregionen ausschalten und manuell ein EU-Netz wählen
  • vor der Reise Roamingpreise deines Anbieters prüfen
  • Datenpässe oder Auslandsoptionen nur bewusst buchen
  • App-Updates, Cloud-Backups und automatische Foto-Uploads im Mobilfunknetz deaktivieren
  • Streaming, große Downloads und Hotspot-Nutzung im Ausland vermeiden
  • bei längeren Reisen lokale SIM oder Reise-eSIM prüfen
  • Kostenlimit und Warn-SMS des Anbieters beachten
  • Mailbox vor Reisen außerhalb der EU prüfen oder deaktivieren

Mailbox im Urlaub abschalten

Besonders die Mailbox kann außerhalb der EU zur Kostenfalle werden. Kritisch ist vor allem die bedingte Rufumleitung, also wenn ein Anruf zur Mailbox weitergeleitet wird, weil du nicht erreichbar bist, nicht abhebst oder besetzt ist. Dann können Kosten für die Weiterleitung ins Ausland und zurück zur Mailbox entstehen. Sicherer ist es, die Mailbox vor Reisen in Nicht-EU-Länder vollständig zu deaktivieren oder eine absolute Rufumleitung einzurichten, sofern dein Anbieter das unterstützt und keine Zusatzkosten entstehen.

Innerhalb der EU ist die Mailbox deutlich unproblematischer, weil der Empfang und das Abhören von Mailbox-Nachrichten grundsätzlich unter die EU-Roaming-Regeln fallen. Außerhalb der EU solltest du dich darauf aber nicht verlassen.

Hinweis zu Roaming-Optionen

In einigen Fällen bieten Mobilfunkanbieter auch spezielle Tarife oder Optionen für die Auslandsnutzung an. Was das EU-Roaming betrifft, sind diese Optionen in der Regel irrelevant, weil dein Mobilfunktarif per se bereits das EU-Roaming inkludiert. Sollte es aber ins außereuropäische Ausland (genauer gesagt sogar außerhalb der EU) gehen, sind solche Optionen eine einfache Option (normalerweise ist eine lokale SIM-Karte aber immer noch die günstigste Möglichkeit).

Fazit: EU-Roaming ist einfach, aber nicht grenzenlos

EU-Roaming macht die Handynutzung auf Reisen deutlich einfacher. Innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Republik Moldau und der Ukraine nutzt du deinen Tarif grundsätzlich wie in Deutschland. Trotzdem bleiben Fair-Use-Regeln, Sonderrufnummern, Bordnetze und Länder außerhalb der EU wichtige Ausnahmen.

Für die Schweiz, die Türkei und andere Nicht-EU-Länder lohnt sich vor der Reise immer ein Blick in die Tarifdetails. Manchmal ist dein Tarif bereits gut ausgestattet, etwa bei bestimmten Schweiz-Regelungen von congstar Prepaid, ja! mobil oder Penny Mobil. In anderen Fällen ist eine Reise-eSIM, eine lokale SIM-Karte oder ein spezieller Auslandstarif die bessere Lösung. 

Einen guten Überblick über die aktuell gültigen Roaming-Regelungen bietet die Bundesnetzagentur (BNetzA) in Fragen-und-Antworten-Form. 

Quellen
Allgemeiner Hinweis

Wir sind keine Juristen, und deshalb stellt dieser Beitrag auch keine Rechtsberatung dar. Berücksichtige bitte, dass sich Vorschriften und Inhalte jederzeit auch ohne unsere Kenntnisnahme verändern können, wir uns aber natürlich sehr um ständige Aktualität bemühen. Bei Unklarheiten oder Verständnisproblemen nutze bitte auch die im Beitrag erwähnten Quellen und Verweise, um dich über den aktuell gültigen Stand zu informieren.

 
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